Der Start in ein großes Abenteuer! Erfurt, den 07.07.2022. Es ist früher Morgen, so gegen 7:45 Uhr. Draußen ist es grau, es regnet zeitweise. Wir stehen nach und nach auf, jeder besetzt das Badezimmer für eine Weile. Ich packe die letzten Sachen in den Rucksack. In einer vor Aufregung eher schlaflosen Nacht habe ich entschieden, doch den neuen dünnen Daunenschlafsack und nicht den üblichen Hüttenschlafsack mitzunehmen. Ok, das sind dann 500 Gramm anstatt 260 Gramm. Dafür fliegen ein paar Riegel als Proviant raus. Am Ende wiegt Anni ihr Rucksack 8,5 kg, Malte seiner 9,7 kg und meiner 11,1 kg. Dann Frühstück! Falko, unser Nachbar, klingelt 9:40 Uhr an unserer Haustür. Er war so lieb und bot uns an, uns zum Bahnhof zu bringen. Bei diesem Regenwetter eine gute Idee.
Am Bahnhof eine kurze Verabschiedung und ein erstes Foto unserer Reise.

Pünktlich 10:31 Uhr fuhr unser ICE nach München ab. Der Zug war voll. Zum Glück hatte ich drei Plätze reserviert. Planmäßig um 13:03 Uhr traf unser Zug am Hauptbahnhof in München ein. Der Anschlusszug nach Freilassing sollte gemäß meiner DB App um 13:53 Uhr gehen. Also nutzten wir die Zeit um erstmal etwas zu Essen. Currywurst mit Pommes für Anni und mich, für Malte einen Bürger. Nun ja, was tut man nicht alles, um dem Körper ausreichend Kalorien zuzuführen. Und dann die Überraschung! Um 13:53 Uhr fuhr gar kein Zug. Wir standen also pünktlich zur Abfahrtszeit an einem leeren Bahnsteig. Der Zug fuhr bereits 13:44 Uhr. Nur das meine DB App dies nicht anzeigte.
Zu unserer Verwunderung hat sich der Fahrplan des Anschlusszuges nach Freilassing zwischenzeitlich geändert, und zwar um 10 Minuten nach vorn. Damit ist uns dieser ohne es zu wissen vor der Nase weg gefahren. Also mussten wir knapp 1 h warten. Der dann wieder übermäßig volle Zug fuhr zwar pünktlich ab, hatte aber aufgrund einer Baustelle unterwegs eine Verspätung von 7 Minuten herausgefahren. Damit war der Anschluss in Freilassing nach Berchtesgaden weg. Die Bahn sah in Freilassing nämlich leider nur 6 Minuten Umsteigezeit vor. Also blieben wir im Zug sitzen und fuhren weiter bis nach Salzburg. Dort nahmen wir den Bus nach Berchtesgaden und vom dortigen Bahnhof einen weiteren Bus zum Königssee. Nun ja, damit verlängerte sich die Anreise um 1,5h. Um 18:30 Uhr waren wir endlich in der Pension. Das lange im Voraus gebuchten Zimmer bekamen wir von der freundlichen Dame der Pension Brandtnerhof umgehend, nur auf das Abendessen im selbigen Haus mussten wir verzichten. An diesem Abend gab es im Gastraum eine geschlossene Gesellschaft, womit wir uns zum Abendessen etwas Externes suchen durften. Das war letztlich aber alles halb so wild, da wenige Meter entfernt ein schönes Restaurant lag.
Der Anreisetag verlief damit schon einmal nicht ganz nach Plan.
Wir hofften nun sehr, dass das für unsere Reise kein schlechtes Omen war.
Aber so viel vorweg: Was anschließend vier Wochen lang folgte, konnte besser wirklich nicht sein.
